Ein Originalausschnitt zum Kennenlernen
Schmerzen erkennen
Leseprobe aus Kapitel 3 · Alte Hunde verstehen. Alltag meistern
Klaus hebt Bruno ins Auto. Das macht er jedes Mal, seit Bruno vor dem Kofferraum stehen bleibt und nicht mehr springt. Ein Arm unter die Brust, einer unter den Bauch, hoch. Heute wird Bruno in seinen Armen plötzlich steif, und aus seiner Brust kommt ein leises Knurren. Kein Schnappen, nur dieses tiefe Geräusch, das Klaus von ihm nicht kennt. In elf Jahren hat Bruno ihn nicht ein einziges Mal angeknurrt.
Klaus setzt ihn ab. Für einen Moment stehen beide da und schauen sich an.
„Was hat er denn?“, fragt Klaus am Abend.
Renate schlägt ihr Heft auf. „Ich glaube, ihm tut etwas weh.“
Warum Hunde still leiden
Ein Hund mit Schmerzen jault nicht unbedingt. Bei einem plötzlichen, heftigen Schmerz schon, wenn er sich die Pfote einklemmt oder in eine Scherbe tritt. Die Schmerzen, um die es im Alter meistens geht, schleichen sich aber über Monate ein. Sie werden langsam stärker, mal besser, mal schlechter, und solche Schmerzen zeigen Hunde leise.
Pankow schreibt: „Gerade bei chronischen Schmerzen leiden unsere Hunde sehr still.“ Ein ruhiger Hund ist also nicht automatisch ein schmerzfreier Hund. Manche Rassen beißen sogar bei akutem Schmerz die Zähne zusammen. Und wie deutlich ein Hund Schmerz zeigt, muss nicht dazu passen, wie stark ein Gelenk verändert ist. Der eine lahmt bei kleinen Veränderungen, der andere läuft scheinbar normal mit einem Gelenk, das auf dem Röntgenbild schlimm aussieht.
Hier endet dieser kurze Leseausschnitt.